Gedanken zur Nacht

Was ist mir meine Gesundheit eigentlich wert?

Was ist mir meine Gesundheit eigentlich wert?


Diese Frage geht mir seit einiger Zeit immer häufiger durch den Kopf.

Wenn wir krank werden, erwarten wir zu Recht, dass unser Sozialnetz und unser Gesundheitssystem für die Behandlung unserer Krankheiten aufkommen. Darüber möchte ich gar nicht diskutieren.

Was mich nachdenklich macht, ist etwas anderes.

Ich beobachte seit einiger Zeit einen Trend: Auch bei dem wichtigen Thema Prävention wird oft zuerst gefragt:

„Zahlt das die Krankenkasse? Oder der Arbeitgeber?“

Und wenn die Antwort „Nein“ lautet, kommt nicht selten:

„Ach nein, dann lieber nicht.“

Dann frage ich mich:

Was ist mir meine Gesundheit tatsächlich wert?

Und je länger ich diese Diskussionen verfolge, desto mehr wundert mich, dass kaum jemand die Frage einmal umdreht:

Wie viel Geld investiere ich eigentlich in das Glücksspiel, meine Gesundheit aufs Spiel zu setzen? Wie hoch ist mein Einsatz dafür?

Wie viel Geld gebe ich wie selbstverständlich für Zigaretten, Alkohol, Fast Food, Süßigkeiten, Computerspiele oder andere Dinge aus, die mir meist nur kurzfristig Genuss oder Entspannung bringen?

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch: Ich möchte weder Alkohol noch Fast Food noch Medien verteufeln. Alles hat seinen Platz.

Entscheidend sind für mich das Maß und die Balance – oder vielleicht noch besser: die Frage, ob das, was mir kurzfristig gut tut, mir langfristig auch gut bekommt.

Was kostet das Handy, das ich meinem Kind in den Kinderwagen lege, damit es beschäftigt ist?

Und was kostet es, stattdessen mit ihm Purzelbäume zu schlagen, gemeinsam Quatsch zu machen oder im Wartezimmer aus einem Taschentuch kleine Figuren zu basteln? Später investieren wir dann nicht selten wieder viel Energie, Zeit und Geld, um fehlende Erfahrungen in Bewegungsfreude, Körpergefühl oder motorischer Sicherheit nachzuholen.

Was kosten Computerspiele, mit denen ich Abenteuer in virtuellen Welten erlebe, und was kostet es stattdessen, mit Freunden im Wald meine eigenen Abenteuer zu erleben?

Wir geben oft bereitwillig Geld aus für vermeintlichen Luxus, den wir uns gerne – oder endlich – gönnen.

Was aber ist mit dem Luxus Gesundheit?

Ich habe mir vor einigen Jahren einmal einen Personal Trainer engagiert. Nicht aus Eitelkeit, sondern ganz pragmatisch: Für regelmäßige Kurse hatte ich damals schlicht keine Zeit.

Ich wurde oft genug darauf angesprochen:

„Das ist aber teuer.“

Meine Antwort war immer dieselbe:

„Für mich ist das eine Investition in meine Gesundheit – und damit in meine Zukunft.“

Und rückblickend war diese Investition für mich persönlich gut angelegt. Mein Asthma wurde besser, meine körperliche Fitness nahm zu, und ich hatte wieder stärker das Gefühl, selbst etwas für meine Gesundheit tun zu können.

Meine Oma hat früher immer gesagt:

„Was nichts kostet, ist auch nichts wert.“

Ganz so einfach ist die Welt sicher nicht. Aber der Gedanke enthält vielleicht einen interessanten Kern.

Ich habe immer wieder den Eindruck, dass wir mit Dingen sorgfältiger umgehen, in die wir selbst etwas investieren – Zeit, Geld oder persönliche Verbindlichkeit. 

Ob sich das statistisch für alle Präventionsangebote belegen lässt, weiß ich nicht. Aber der Gedanke beschäftigt mich.

Vielleicht geht es am Ende gar nicht nur um Geld.

Vielleicht geht es um Prioritäten.

Nicht um Perfektion. Nicht um völligen Verzicht. Nicht um ein Leben ohne Genuss.

Sondern um die ehrliche Frage:

Was bin ich bereit, heute in meine Gesundheit zu investieren – solange ich sie noch habe?


Und nun: Gut’s Nächtle!


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